Warum hat AVM dieses Experiment durchgeführt?

Auf dem Mainboard integrierte Antennen

AVM hatte sich beim Release der FRITZ!Box 6660 Cable von vielen Kunden, Magazinen und nicht zuletzt auch von uns deutliche Kritik zugezogen, als sie das Gerät mit lediglich zwei liegend auf dem Mainboard integrierten Antennen ausgestattet auf den Markt gebracht haben: die WLAN-Leistung war -freundlich gesagt- unterdurchschnittlich. Refbox hatte hierzu ebenfalls deutliche Worte gefunden.

Auf dem Mainboard fiel uns damals schon auf, dass neben den Murata-Anschlüssen noch freie Lötpads vorhanden sind, wie auch Bohrungen im Board selbst, ähnlich der FRITZ!Box 7590:

FRITZ!Box 6660 Fiber Mainboard V1

FRITZ!Box 6660 Cable Mainboard V1

Mit Refbox hatten wir hier schon Gespräche, warum AVM so etwas vorsieht, aber trotzdem auf die flach liegend auf dem Mainboard eingeätzten Antennen setzt. Ob da wohl noch etwas kommt?

Der Umschwung

Und ja! Es kam etwas! AVM hat nachgebessert: hier das Mainboard in der neuen Revision:

FRITZ!Box 6660 Fiber Mainboard V2

FRITZ!Box 6660 Cable Mainboard V2

Die freien Lötpads wurden mit IPEX MHF2 Buchsen bestückt, diese mit Pigtails versehen und es wurden die u. a. von der FRITZ!Box 7590 bekannten Plektrum-Antennen (oben links und rechts rot markiert) eingebaut. Die unsäglichen Murata-Buchsen wurden im Gegenzug von der Platine verbannt (gelb).

Das hat nun grundsätzlich zwei Vorteile:

  1. Das WLAN kann durch die beiden senkrecht stehenden Antenne besser abgestrahlt werden, weil sich die FRITZ!Box weniger selbst im Weg steht, und
  2. die von uns erhältlichen Umbausätze sind damit einfacher einzubauen und auch günstiger (Preisvorteil der Standard Pigtails gegenüber den Murata Spezial).

Gleiches Spiel bei der FRITZ!Box 5530 Fiber

Auch die FRITZ!Box 5530 Fiber wurde anfänglich mit den auf dem Mainboard integrierten Antennen auf den Markt geworfen:

FRITZ!Box 5530 Mainboard V1

FRITZ!Box 5530 Fiber Mainboard V1

Und wie bei der 6660 hatte AVM kürzlich ein Einsehen, hat auch hier die Murata-Buchsen durch IPEX MHF2 ersetzt und wieder die Plektrum-Antennen installiert – und auch hier verblieben die Reste der ehemaligen Murata-Anschlüsse auf dem Mainboard:

FRITZ!Box 5530 Mainboard V2 im Gehäuse

FRITZ!Box 5530 Fiber Mainboard V2 im Gehäuse

Die essentielle Frage

Und an dieser Stelle erlauben wir uns die Frage: warum nicht gleich so AVM? Und warum sieht man den deutlich vorteilhafteren Einsatz der Plektrum-Antennen in der 6660 sogar von Anfang an vor (s. oben), um dann doch zuerst die Billig-Version auf den Markt zu werfen? Einen Euro bei der Produktion sparen? Kunden als Beta-Tester? Mal sehen, ob’s reicht?

Bitte diese Kritik nicht falsch verstehen: wir sind nach wie vor von der FRITZ!Box als bester Heim-Router überzeugt, aber solche Experimente seitens AVM lassen hier den Rotstift schon geplant an der falschen Stelle erscheinen. Es bleibt ein G’schmäckle. Warum, AVM?

12 Kommentare zu “AVMs Rückkehr zu Plektrum-Antennen

  1. Hallo Frixi,
    Vielen Dank für die gut verständlichen Erklärungen bezüglich Antennentechnik und WLAN Verbesserung.
    Ich habe einmal meine 7590 geöffnet, um zu sehen wo und wie die Antennen verbaut sind. Ich kämpfe von Anfang an mit schlechter WLAN Abdeckung. Der hinzugezogene Service von AVM war hierbei wenig hilfreich.
    An der geöffneten Box ist mir aufgefallen, das die Antennen eigentlich ins Gehäuse der Box abstrahlen. Die Strahler sind nach innen gerichtet.
    Nach meinem Verständnis sollten die genau anders herum eingesetzt werden. Das trifft auf alle verbauten Plektrum-Antennen zu. In der 7590 gibt es drei davon. Denke ich hier verkehrt?
    Auf eure Seite bin ich eher durch Zufall gestoßen. Eigentlich habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, meine DECT-Reichweite zu erhöhen. Aktuell liegt die bei unter 10m mit allen angemeldeten Fritz!Fon C5 in einem Albau mit Ständerbauweise.
    Nach dem Studium der unterschiedlichen Antennen bin ich überzeugt, in meinem Fall eine stabilere WLAN Abdeckung schaffen zu können.

    Mit freundlichen Grüßen
    Albrecht S.

    1. Hallo Albrecht,

      die in der FRITZ!Box enthaltenen Antennen sind ganz “normale” Rundstrahler mit einem sehr großen Öffnungswinkel (deshalb auch die geringe Reichweite), auf welcher Seite des kleinen PCBs die Dipole geäzt sind, ist dabei unerheblich, da das WLAN das Material sehr leicht durchdringen kann.

      An der DECT-Leistung lässt sich leider ohne Löten nichts verändern.

      VG, Frixi

      1. Hallo,
        Ihrer Antwort entnehme ich, das man DECT Reichweitenproblem wohl doch angehen kann. Am Löten sollte es nicht liegen. Könnt ihr mir näheres dazu sagen. Die DECT Antenne ist ja nun nicht sonderlich groß. Meine alten Gigaset 3000 Micro kennen keine Reichweitenprobleme. Damit kann ich zum Nachbarn über die Straße gehen, und bei dem im Garten sitzen. Das sind dann mal so gute 20m mit Gebäudeschatten dazwischen. Beim Fritz!Fon C5 ist bereits nach weniger als 10m Schluss. Die Basisstation des Gigaset steht neben der FRITZ!Box. Es sollten also die selben baulichen Gegebenheiten gelten wie für das DECT der Box. Wenn da nicht gerade eine höhere Sendeleistung anliegt. In der Fritz!Box wird die scheinbar ständig geregelt. Ein abgelegtes Mobilteil zeigt ständig schwankende Signalstärke an, obwohl Box und Mobilteil nich bewegt werden. Alle Einstellungen bezüglich Regulierung sind in der Box deaktiviert.

  2. Habe ich jetzt quasi gute Chancen wenn ich eine 5530 Fiber bestelle das diese mit plektrum antennen ist? Seit wann wurde die überarbeitet? Erkennt man es von außen dann an der Artikel Nummer mit zusatz v2 oder so?

    1. Hallo Dirk,

      die Sets für die FRITZ!Box 7530 werden leicht modifiziert auch für die FRITZ!Box 5530 Fiber passen.

      VG, Frixi

  3. Handelt es sich bei FRITZ!Box 6660 Cable Mainboard V1 um das flachere Gehäuse ohne seitliche Lüftungsschlitze?

    Habe schon neuere Verpackungen im Netz gefunden wo die neue Abbildung des Gehäuses mit Lüftungsschlitzen darauf zu sehen ist. Der Karton ist zudem nicht mehr vollständig blau sondern hat unten einen dicken weißen Streifen (wo die Testbewertungen von “chip” und Co abgedruckt sind.

    1. Hallo SpongeBob,

      bei der 6660 gibt es nach unserer Information keine unterschiedlichen Gehäusetypen, nur bei der 7590.

      VG, Thaddäus

  4. Hallo Frixi,
    vielen Dank für das Update! Wie erkenne ich denn im Einzelhandel, ob ich eine FB 6660 mit neuem oder altem Mainboard vor mir habe?

    1. Hallo bv,

      leider können wir die Versionen nur anhand des fehlenden oder vorhandenen Kabels an der Unterseite des Mainboards identifizieren, anhand der Verpackung ist uns keine Möglichkeit bekannt.

      VG, Frixi

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