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Die Funktionsweise der FriXtender WLAN Antennen wird in den Beiträgen Stärken der verschiedenen FriXtender-Versionen und Abstrahlcharakteristik der FriXtender Antennen anschaulich erklärt, dieses Verständnis ist bei der Ausrichtung notwendig!

Nun kommt oft die Frage:

Wie müssen die Antennen ausgerichtet werden?

Zur Ausrichtung gibt es selten eine eindeutige Antwort, wie auch schon im Beitrag WLAN is a Bitch erklärt. Bei grenzwertigem WLAN -und genau hier werden die FriXtender Antennen zumeist eingesetzt- ist vielmehr das Experimentieren gefragt, und dazu soll dieser Beitrag einige Tipps geben. Die Drei-Finger- oder auch X-Y-Z-Ausrichtung ist ein guter Start, der einige Absätze weiter unten erklärt wird.

Zu Beginn visualisieren wir die Abstrahlcharakteristik: die FriXtender Stab-Antennen sind omnidirektionale Rundstrahler, deren Abstrahlung extrem simplifiziert einer Art Wagenrad ähnelt und die Antenne bildet die gedachte Achse dieses Rades (dazu bitte nochmals den Beitrag Abstrahlcharakteristik der FriXtender Antennen zu Hilfe nehmen).

Je länger die Antenne, desto flacher, aber weitläufiger wird das gedachte Rad (s. Stärken der verschiedenen FriXtender-Versionen). Für den optimalen Empfang sollte nun das am weitesten von der Fritz!Box entfernte WLAN Gerät (z. B. Laptop, Handy, etc.) auf direkter Ebene des Rades liegen, d. h. die Antenne sollte idealerweise in einem 90° Winkel zu diesem Gerät ausgerichtet sein.

So viel zur Theorie.

Der Start: die X-Y-Z-Ausrichtung

3-Achsenausrichtung (X-Y-Z)Für einen einfachen Start sollten die Antennen in eine Grundposition gebracht werden, die zuerst eine möglichst gute räumliche Abdeckung gewährleistet, d. h. bei drei Antennen beginnen wir mit einer X-Y-Z-Ausrichtung:

  • eine Antenne wird senkrecht ausgerichtet (Z)
  • eine Antenne wird horizontal gedreht, sodass sie (von vorne gesehen) nach links oder rechts zeigt (Y)
  • eine Antenne wird horizontal nach hinten geneigt (X)

Damit haben wir eine Achsenausrichtung wie in einem dreidimensionalen Koordinatensystem. Von dieser Grundeinstellung aus kann mit der Ausrichtung begonnen werden. Bei nur zwei Antennen muss auf eine Achse verzichtet werden, oder man setzt die passenden DuoMax-Erweiterungen ein.

Kurze Unterbrechung:
Warum werden dann alle Sets mit senkrecht ausgerichteten Antennen abgebildet?
Schmerzfreie Antwort: „Weil es besser aussieht.“ – nahezu alle Werbe-Bilder von Routern mit Antennen zeigen diese senkrecht.

Wie kann nun gemessen werden?

Achtung: seit der FRITZ!OS-Version 6 benötigt die u. s. Anzeige der Fritz!Box einige Minuten, bis ein aktueller und stabiler Wert angezeigt wird!

WLAN-BalkenanzeigeDie Messung sollte nicht an einem WLAN-Gerät anhand eines kleinen 3-5-Segment-Balkens ermittelt werden, da hier die Anzeigegenauigkeit viel zu gering ist. Einfacher geht es direkt über die Fritz!Box Oberfläche, auch WebGUI genannt, die über http://fritz.box aufgerufen wird.

Über den Menüpunkt WLAN → Funknetz kann man alle angeschlossenen Geräte inkl. der Verbindungsgeschwindigkeit sehen:

Fritz!Box GUI WLAN Datenrate

Unter der Überschrift Datenrate (Mbit/s) ist die aktuelle Geschwindigkeit ersichtlich, der erste Wert zeigt die Sendegeschwindigkeit, der zweite die Empfangsgeschwindigkeit von der Fritz!Box aus gesehen an. Diese Werte sind wesentlich detaillierter und aussagekräftiger, als die Segment-Anzeige eines WLAN-Symbols.

Zur Vereinfachung sprechen wir im Folgenden von einem Laptop, der optimal erreicht werden soll, dasselbe gilt natürlich für jedes andere WLAN-Gerät auch.

Man beginnt damit, am Laptop eine permanente WLAN-Nutzung herzustellen, am einfachsten ist es, ein längeres Youtube-Video zu streamen (z. B. unser Video-Tutorial zur Fritz!Box 7490), das verhindert in der Regel, dass der Ruhezustand des WLAN-Moduls oder des gesamten Gerätes aktiviert wird.

Ohne weitere Optimierung sehen wir uns nun die Verbindungsgeschwindigkeit an: wir klicken auf der oben gezeigten Seite der Fritz!Box auf die Schaltfläche Aktualisieren rechts unter der Übersicht. Nicht im Browserfenster auf aktualisieren klicken, denn sonst wird jedesmal eine neue Anmeldung an der Fritz!Box-Oberfläche notwendig.

Jetzt ziehen wir von der Antenne eine gedachte Linie zum  Laptop und richten die Antenne dazu im 90° Winkel aus. Um das Ergebnis zu kontrollieren aktualisieren wir nach einigen Sekunden erneut die Anzeige. Achtung: es kann einige Zeit (bis zu 3 Minuten) dauern, bis sich der angezeigte Wert stabilisiert, hierzu immer wieder aktualisieren, bis sich der Wert eingependelt hat. Nun kann mit der Ausrichtung in kleinen Winkelgrad schritten fortgefahren werden, auch das Neigen innerhalb der 90°-Achse kann hilfreich sein, quasi das Neigen des gedachten Wagenrads. Und immer wieder geduldig die Anzeige der Fritz!Box aktualisieren…

In schwierigen Fällen kann auch das verschieben der Fritz!Box hilfreich sein. Dabei geht es nicht um Meter, sondern um Zentimeter: testweise die Fritz!Box 10 oder 20 cm nach links oder rechts verschieben und die Verbindungsgeschwindigkeit überprüfen, es ist manchmal erstaunlich, wie wenig den entscheidenden Ausschlag geben kann.

Wie bereits oben geschrieben: bei den geschilderten Szenarien handelt es sich um absolute Grenzfälle, oder wenn das Maximum aus einer WLAN-Verbindung herausgeholt werden soll.

Es ändert sich nichts!

Sollte sich keine deutliche Verbesserung der WLAN-Leistung einstellen und sich das Ausrichten der Antennen kaum auf das Signal auswirken, liegt vermutlich ein anders gelagertes Problem vor. In diesem Fall empfehlen wir dringend die Lektüre der Beiträge WLAN is a Bitch und Troubleshooting! Die Beiträge zeigen die typischen Stolperfallen, die das WLAN zu fall bringen können.

Besonders häufig sind es bauliche Gegebenheiten, sprich massive Blockaden auf der WLAN-Strecke. Diese werden oftmals nicht erkannt, weil sie „schon immer da waren“, wie z. B. Heizkörper, Kühlschrank, Mikrowelle, Flatscreen-TV, Blechregale und -schränke, etc. – visualisieren Sie sich die direkte Strecke zwischen Fritz!Box und WLAN-Client und prüfen Sie, ob sich hier diese oder ähnliche Elemente befinden. Wir sprechen hier aus eigener leidvoller Erfahrung! Entdecken Sie entsprechende Hindernisse auf der Funkstrecke, muss entweder der Router anders positioniert werden, oder mindestens eine Antenne wird mit einer Verlängerung soweit verlegt, damit sie das Hindernis umgehen kann, denn solche Funkschatten sind auch mit größeren Antennen sonst nicht zu umgehen.

Warum Mobilgeräte zur Leistungsermittlung nicht ideal sind

Mit Handys oder Tablets ist die Leistungsmessung schwierig, denn diese Geräte reagieren zumeist extrem empfindlich auf die Handhaltung und die Ausrichtung, außerdem neigt man dazu, beim herumtragen den eigenen Körper zwischen den Router und den WLAN-Client zu bringen. Besser geeignet sind stationäre PC oder zumindest Laptops/Notebooks.

Wichtig während der Antennenausrichtung ist: die Geräte sollten während des gesamten Tests in Lage und Position nicht verändert werden! Wie oben beschrieben ein langes YouTube-Video starten, Gerät auf den Tisch legen und während der Ausrichtungsphase exakt so liegen lassen.

Alternative Methoden zur Messung

Wer schnellere Ergebnisse sehen möchte und mit der Installation von Software kein Problem hat, kann für Windows und macOS das Tool NetSpot verwenden. Die Schaltfläche NetSpot erhalten führt direkt zur Download-Seite, auf der auch eine kostenlose Version der App verfügbar ist: NetSpot FREE edition, etwas unscheinbar unter den kostenpflichtigen Versionen.

NetSpot App (Quelle: NetSpot)

Quelle: NetSpot

FRITZ!App WLAN (Quelle: Google Play)

Quelle: Google Play

Für Handys (wenn es wirklich nicht anders geht) können die kostenlosen Fritz!Apps aus dem App Store (iOS) oder Google Play (Andorid) geladen werden. Für Android gibt es FRITZ!App WLAN, eine App mit der sich das WLAN sehr detailliert analysieren lässt.

Leider gibt es diese App für iOS nicht, hier kann aber mit der FRITZ!App Fon zumindest die aktuelle Datenübertragungsrate festgestellt werden: über die Schaltfläche „mehr“ am unteren Rand kann der WLAN-Status abgefragt werden, auf der folgenden Seite ist die aktuelle Datenrate zu sehen:

Es gilt aber auch beim Einsatz dieser Apps: das Gerät sollte während der Ermittlung der idealen Antennenposition nicht bewegt und in der Lage verändert werden.

 

4 Kommentare zu “FriXtender-Antennen optimal ausrichten

    1. Hallo Karsten,

      vielen Dank für den Tipp, gerne stellen wir diesen für andere online. Wir selbst testen das Tool NetSpot, welches ebenfalls in einer kostenlosen Version verfügbar ist und für Windows und Macs heruntergeladen werden kann.

      VG, Frixi

  1. Sehr gut erklärt.

    Allerdings sieht die Seite in der WebGUI meiner 7270v3 noch anders aus. Für die gibt es nämlich nur Fritz!OS 6.06 und nicht die aktuellsten Versionen.
    So sucht man dort vergeblich nach dem Aktualisieren-Button. Stattdessen muss man die ganze Seite neu laden. Und im der Liste steht auch nur eine Datenrate (Empfangsrichtung).

    Das nur so als Hinweiß für Leute, die sich auch wundern, warum das Bild im Artikel so anders aussieht, als auf der eigenen Fritz!Box.

    Viele Grüße und macht weiter so gute Artikel und Produkte!

    1. Hallo und vielen Dank für die Rückmeldung, der Screenshot ist aber tatsächlich noch von einer älteren Fritz!OS-Version, der Button sollte auch bei der 7270 vorhanden sein, ich werde das aber noch überprüfen und ggfls. anpassen.

      VG, Frixi

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