Es kommen sehr häufig Fragen, wie die Fritz!Box innerhalb der Wohnung/des Hauses aufgestellt werden soll, wie die ideale Antennenausrichtung aussieht und ob dieser, oder jener Trick die Reichweite verbessert.

Hierauf gibt es leider nur eine Antwort: WLAN is a Bitch. Klingt fies, ist aber so! Es spielen derart viele Faktoren in die Reichweite des WLAN-Signals hinein, dass es nur einen Rat geben kann: ausprobieren.

Ist der abzudeckende Radius eher klein, kann man die Fritz!Box relativ beliebig positionieren und auch die Antennenausrichtung ist dann eher von geringem Interesse. Sobald man aber die Grenzen ausloten will, können wenige Zentimeter oder wenige Winkel-Grad den entscheidenden Gewinn bringen.

Einige grundsätzliche Tipps:

  • Da die FriXtender-Sets S2, M2 und L Rundstrahler sind, ist in horizontaler Ebene eine mittige Aufstellung der Fritz!Box von Vorteil.
  • Die FriXtender P Antennen sollten mit der ungelabelten Seite zu den gewünschten Empfängern zeigen, die Seite mit dem FriXtender-Logo ist die Rückseite!
  • Mindestens eine Antenne sollte möglichst im 90° Winkel zum entferntesten WLAN Gerät ausgerichtet sein, weil hier die höchste Abstrahlung erfolgt (s. Grafik).
  • Wenn eine hohe vertikale Reichweite -beispielsweise über mehrere Etagen- erreicht werden soll, kann es hilfreich sein, eine horizontale Ausrichtung der Antennen zu testen, sodass der gedachte Donut durch alle Etage reicht.
  • Sehr schlecht ist ein flacher Winkel durch Stahlbetondecken, z. B. Fritz!Box im Erdgeschoss links im Flur, Computer rechts im ersten Stock.
  • Überraschend stark dämpft Glas das Signal.
  • Rigips dämpft das Signal ebenfalls sehr stark, dies bei Installation des Routers im Dachausbau bedenken!
  • Auf „versteckte“ Barrieren achten: Sicherungsschränke aus Metall in der Wand, Metallregale im Nebenraum, Stahl-Rollcontainer unter dem Schreibtisch, der Schweden-Ofen im Wohnzimmer – all diese Objekte werden gerne übersehen und werfen einen Signal-Schatten, der zu ordentlichen WLAN-Löchern führt.
  • Alte Schnurlos-Telefone, besonders, wenn noch analog, aber auch ältere DECT-Modelle können das WLAN massiv stören. Im Zweifelsfall Test: Netzstecker der Basisstationen ziehen und Akkus oder Batterien aus den Mobilteilen entfernen.
  • Auf Reflexionen achten. Metallische Gegenstände direkt neben WLAN-Geräten können die Strahlung reflektieren und im ungünstigsten Fall durch Interferenzen stark beeinträchtigen. Zum Test auf ein freies Umfeld in der Nähe achten.
  • Mit der Ausrichtung der Antennen spielen! Einzeln die Antennen in 5°-Schritten bewegen und die Signalstärke prüfen.

Vorab sollte man sich über die Abstrahlcharakteristik der verschiedenen Antennen-Typen informieren: Stärken der verschiedenen FriXtender Versionen

10 thoughts on “WLAN is a Bitch

  1. Hallo,
    das klingt jetzt wahrscheinlich erstmal selbstverständlich, aber ist vllt. nicht jedermann bewusst:
    Wasser dämpft WLAN-Signale deutlich stärker als eine Metallbeschichtung. Der menschliche Körper besteht zu über 70% aus Flüssigkeiten. Wir sind also „mobile Dämpfungskörper“. 🙂
    Das sollte man beim Einjustieren der Antennen berücksichtigen. Stellt man sich versehentlich dazwischen, ist der Leistungsverlust erheblich. Gilt z.Bsp. auch für die Montage der FRITZ!Box im Keller unter den Leitungsrohren oder im Raum unter der Fußbodenheizung des Raums darüber…
    Wie der Titel so treffend sagt: WLAN is a Bitch… 😀

    1. Hallo Wolf,

      danke für diesen Hinweis – das ist tatsächlich eine Erwähnung wert! Evtl. wird das bei einigen Messungen wirklich nicht bedacht. Ich werde den Artikel dahingehend erweitern.

      VG, Frixi

  2. Gibt es solche Zusatzantennen eigentlich auch für den Fritz! Repeater 300E? Derzeit haben wir den noch als Notlösung, da sonst eine Abdeckung der gesamten Wohnung nicht möglich ist. Der Repeater selbst hat aber auch nur eine integrierte Antenne und einen eher bescheidenen Empfang.

    Habe gerade für die Fritz!Box selbst ein Frixtender-Set bestellt und hoffe, daß ich danach evtl. den Repeater gar nicht mehr brauche. Falls aber doch, wäre es natürlich super toll auch dafür eine Lösung zu haben.

    1. Hallo Markus,

      tatsächlich kann der 300E mit den Hirose Spezial Sets umgebaut werden, allerdings kann dann das Gehäuse nicht wieder verschlossen werden, weshalb wir es noch nicht offiziell im Shop anbieten. Es müssten längere Schrauben und Distanzstücke eingesetzt werden, damit der Deckel wieder angebracht werden kann, wozu wir aber leider noch keine fertige Lösung haben.

      Passende Antennen wären die Universal-Sets mit den Hirose Spezial Pigtails.

      VG, Frixi

  3. Hallo,
    ich möchte meine FritzBox 7362SL gern umbauen.
    Ich habe eine Version mit 2 zwei IPEX Anschlüssen.
    Laut Eurer Empfehlung sollte ich daher die ein FriXtender Antennenset mir 2 Antennen nehmen (z.B. FriXtender XL 2,4 GHz).
    Ich brauche aber einerseits im Gebäude eine kugelförmige Ausstrahlung (auch ins 1. OG), andererseits eine weite Abstrahlung waagerecht, um den Garten rings ums Haus ausleuchten zu können.
    Ist es ggf. für mich sinnvoller eine Originalantenne in Betrieb zu lassen und die zweite Antenne gegen ein FriXtender Universal Set (z.B. FriXtender XL Universal 2,4 GHz) auszutauschen. Kann ich so beide Ausstrahlungscharakteristiken haben? Was wären eventuelle Nachteile?

    Danke und Gruß Frank

    1. Hallo Frank,

      generell wurde von Kunden bereits ein Mischbetrieb der FriXtender-Antennen getestet und für gut befunden, da die Antennen im Diversity-Mode arbeiten, würde ich von einer zu großen Differnz abraten, wie du sie andenkst. XL und L, oder L und M2 wären ok, aber nicht XL und S, oder gar den Standard-Antennen der Fritz!Box.

      Gehe eher in Richtung L & S mit einer entsprechenden DuoMax-Erweiterung.

      VG, Frixi

  4. Hallo Frixi, erst einmal vielen Dank für die schnelle Lieferung. Das Produkt, welches sie verkaufen/entwickelt haben, ist sehr durchdacht und sehr empfehlenswert. Ich habe aber trotzdem noch einen kleinen Tipp: man sollte auch darauf achten, wenn man wirklich einen schlechten WLAN-Empfang hat, dass die Sendeleistung der Fritzbox auf 100 % gestellt werden kann. Ich denke sie werden das wissen, aber sicherlich nicht viele ihrer Kunden. Bei älteren Fritzboxmodellen kann man das unter Funkkanal „WLAN-Übertragung für Live TV optimieren, bei neueren kann man direkt die Sendeleistung auf 100 % stellen. In Verbindung mit ihren Produkt, hat es bei mir den angestrebten Erfolg gebracht. Nachteil, welchen ich aber gerne in Kauf nehme, wäre nur der etwas höhere Stromverbrauch. Alles gute für Sie und machen sie weiter so! MfG Henning

    1. Hallo Henning,

      vielen Dank für die Nachricht an uns. Korrekt ist, dass die Sendeleistung der Fritz!Box variiert werden kann, jedoch ist mir kein Modell bekannt, bei dem nicht ab Werk 100% Sendeleistung eingestellt wäre – aber hier nehme ich Rückmeldungen von Usern gerne entgegen und bringe dann auch mal ein entsprechendes Tutorial, wie die Einstellung zu ändern ist.

      Die Option zu Live TV optimieren ändert hingegen nichts an der Sendeleistung, sondern optimiert den Pakettransport für IPTV, was also keine bessere Reichweite bringt, und nur potentiellen Rucklern im Videostream entgegenwirken soll.

      VG, Frixi

  5. Ich hätte da eine kleine Anmerkung zu den Tipps. Genau gesagt zu folgendem Punkt:
    „Rigips dämpft das Signal ebenfalls sehr stark“

    Soweit ich informiert bin, dämpfen Trockenbauwände das Signal aufgrund der tragenden Metallkonstruktion (Stichwort: Faradayscher Käfig), jedoch nicht wegen der Rigips-Platten an sich. Sollte ich hier richtig liegen, würde ich diesen Punkt entsprechend umformulieren. Schließlich werden Rigips-Platten mitunter auch unabhängig von den im Trockenbau üblichen Metall-Konstruktionen verbaut und würden nur dann ein Problem darstellen, wenn sie feucht sind. Und bei feuchten Rigips-Platten in der Wohnung hätte man ein schlimmeres Problem als einen schlechten WLAN-Empfang…

    Und wenn wir schon dabei sind:
    “Überraschend stark dämpft Glas das Signal.”

    Der Vollständigkeit halber sollte erwähnt werden, dass auch hier nicht der Werkstoff Glas schuld ist, sondern vielmehr die Metallbedampfung von Wärmeschutzglas. Je höher der Isolierwert einer Außenscheibe, desto höher die Signalschwächung.

    Ohne diese Erklärung klingt dieser Punkt doch ziemlich reißerisch…

    Gruß
    Timo A.

    (Admin: Kommentare zusammengefasst)

    1. Hallo Timo,

      vielen Dank für die Anmerkungen, allerdings muss ich noch ergänzend hinzufügen: Glas und Rigips dämpfen schon von sich aus das Signal erheblich aufgrund der eigenen hohen Dichte (so habe ich es mir erklären lassen) und das habe ich auch selbst so erlebt. Das eine metallische Beschichtung und eine Metallkonstruktion den Effekt zusätzlich verstärkt, ist natürlich korrekt.

      Es soll hier auch bestimmt nichts reißerisch klingen, ich versuche nur Punkte aufzuzählen, welche in der Praxis -außer der Entfernung- das WLAN merklich beeinflussen und bin auch jederzeit für die Meldung neuer und überraschender Effekte dankbar.

      VG, Frixi.

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