Bei einer guten Anzahl von Fritz!Box-Modellen oder auch Fritz!WLAN Repeatern setzt AVM auf dem Mainboard sogenannte Murata SWG MM8030-2610 Buchsen ein, die eigentlich nicht für eine permanente Steckverbindung gedacht sind, trotzdem ist es uns gelungen, Pigtails für genau diesen Buchsentyp anfertigen zu lassen.

Da die Buchsen extrem klein sind, müssen die langen Stecker der Murata-Pigtails sehr sorgfältig aufgesteckt werden, was zusammen mit der Murata-Halterung eine ruhige Hand und ein gutes Auge erfordert:

Murata Spezial Pigtails auf einer Fritz!Box 4040

Murata Spezial Pigtails auf einer Fritz!Box 4040

Durch den kleinen Durchmesser der Murata-Buchse müssen die Stecker sehr exakt positioniert werden, damit der Kragen des Steckers komplett den runden Teil der Buchse umschließt:

Murata-Buchse im Detail

Murata-Buchse im Detail

Der gefederte Mittelpin des Murata-Steckers erfüllt dann eine wichtige Funktion: innerhalb der Buchse ist ein Schalter, der beim Kontakt mit dem Pin die interne Antenne vom WLAN-Chip trennt, das Signal wird somit über das Pigtail nur noch zur externen Antenne geleitet.

Sitzt der Stecker nun nicht korrekt, oder ist (in äußerst seltenen Fällen) die Buchse defekt, trennt der Schalter die interne Antenne nicht ab und es kommt zu einem Zusammenbruch des WLAN-Signals (Stichwort Stehwellenverhältnis).

Mit einem Ohm- oder Multimeter kann das überprüft werden, hier im Beispiel des Mainboards einer Fritz!Box 4020:

Messpunkte Mainboard Fritz!Box 4020

Messpunkte Mainboard Fritz!Box 4020

Im Normalzustand, ohne Stecker, ist zwischen dem roten und gelben Messpunkt vollständiger Durchgang (entspricht 0 Ohm) zu messen. Das obige Bild ist als Beispiel zu verstehen, je nach Gerät sitzen die Punkte an anderen Stellen, wichtig ist nur die Messung an einem freien Punkt direkt vor und hinter der Murata Buchse. Achtung: nicht hinter einem Bauteil messen (im Bild z. B. im roten Kreis der kleine SMD-Kondensator über dem Pfeil).

Während ohne Stecker die Messpunkte verbunden sind, muss nach dem Einstecken des Murata-Pigtails die Verbindung dieser beiden Punkte aufgehoben werden, d. h. das Messgerät darf keinen Durchgang mehr anzeigen (bei vielen Multimetern mit „L“ angezeigt).

Nun kann noch geprüft werden, ob das Pigtail korrekt angeschlossen ist: bei einer Messung zwischen Mittelpin des RP-SMA-Anschluss (gelber Pfeil im Bild unten) und dem rechten, gelben Messpunkt (obiges Bild) muss freier Durchgang sein (0 Ohm).

RP-SMA-Anschluss

RP-SMA-Anschluss

Auch zwischen dem RP-SMA-Gewinde (blauer Pfeil) und der gemeinsamen Masse des Mainboard muss Durchgang bestehen, zu messen z. B. an der Außenseite der Murata-Buchse, oder dem Punkt ganz unten links im Bild des Mainboards (blauer Pfeil). Falls die Buchse schlecht zugänglich ist, vor dem Einstecken des Steckers mit dem Messgerät einen Massepunkt suchen (0 Ohm zwischen Außenseite Buchse zum Messpunkt), das sind typischerweise freie Stellen an sehr breiten Leiterbahnen oder Flächen auf dem Mainbaord.

Und zuletzt kann noch eine Messung zwischen RP-SMA-Pin und -Gewinde erfolgen, hier darf kein Durchgang messbar sein, sonst läge ein Kurzschluss vor.

Sind alle Messergebnisse wie beschrieben, kann von der vollständigen Funktion der Verbindung ausgegangen werden.

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