Achtung, Update zu diesem Artikel: AVMs Rückkehr zu Plektrum-Antennen

AVM kehrt bei der FRITZ!Box 6660 Cable leider -trotz optischer Ähnlichkeit- der 7590 den Rücken und geht auf zwei Antennen zurück, welche vergleichbar zur 4020 direkt auf dem Mainboard als Platinenätzung liegen… und das ist wörtlich gemeint: die zwei Antennen liegen flach, weshalb mit einer recht mäßigen räumlichen Abdeckung in der horizontalen zu rechnen ist.

FRITZ!Box 6660 Mainboard

FRITZ!Box 6660 Mainboard

Im Bild oben sind die beiden Antennen in den roten Rechtecken zu erkennen, wie üblich setzt AVM bei den Mainboard-Antennen wieder die Murata-Prüfbuchsen ein (rote Kreise), leider auch bei diesem Produkt an einer Stelle, die den Einsatz der langen Stecker der Murata Spezial Pigtails nicht zulässt, da der Deckel der FRITZ!Box dann nicht mehr zu schließen ist (s. Ende dieses Beitrags).

Fragliche Anpassung

Unsere Meinung: Auch wenn AVM nicht müde wird zu behaupten, dass die internen Antennen die “optimale Lösung” darstellen, wagen wir an dieser Stelle Kritik: zwei flach auf dem Mainboard liegende Antennenstummel sorgen kaum für eine optimale räumliche Abdeckung, auch nicht mit WLAN AX (Wi-Fi 6) und dem eher zweifelhaft funktionierenden Beamforming.

AVM hat mit der FRITZ!Box 7590 ein vernünftiges (wenn auch verbesserbares) WLAN mit 4 (!) internen Dualband-Antennen geschaffen, welche ordentlich in den drei Raumachsen aufgeteilt waren und noch eine extra Polarisationsebende in der horizontalen geschaffen haben. Bei der 6660 geht AVM auf das Prinzip der wirklich furchtbaren (im WLAN) FRITZ!Box 7360 zurück, oder eben auch der winzigen 4020, indem nur 2 flach liegende Antennen verwendet werden.

Kostenersparnis

Interessanterweise sind die Bohrungen neben dem WLAN-Modul wie bei der 7590 vorhanden, bei welcher die Pigtails der hinteren Antennen für den Anschluss auf dem Mainboard (per IPEX-Anschluss) durchgeführt wurden. Hat AVM hier vorausgedacht? Bei der FRITZ!Box 7490 waren in den ersten Versionen auch nur die flachen Mainboard-Antennen vorhanden, die erst in späteren Modellen zumindest für die horizontale Ebene durch stehende Antennen ersetzt wurden. Will AVM das auch bei der 6660 später um- bzw. nachrüsten? Denn im Gehäuse sind die Halterungen für Platinenantennen wie bei der 7590 vorhanden. Evtl. werden spätere FRITZ!Box 6660 Modelle dann auch mit den Antennen der 7590 ausgestattet.

Oder AVM hatte dies zu beginn vor und hat sich dann zur Kostenersparnis für die liegenden Antennen entschieden und die Löcher im Mainboard dann einfach gelassen. Oder etwas ganz anderes ist für die Löcher verantwortlich, wir raten hier nur wild in Anbetracht der früheren Modelle und Aktionen. ;)

Ein Rückschritt

Definitiv ist aber, dass es antennentechnisch ein Rückschritt ist, besonders zur recht guten 7590 – und AVM sehr clever die Buchsen so gelegt hat, dass eine Nachrüstung aktuell mit unseren Produkten nur bedingt möglich ist. Warum auch? AVM bietet doch tolle MESH-Repeater mit ebenfalls winzigen Antennen für gutes Geld an. Wer eine ordentlich WLAN-Abdeckung möchte, steckt dann am besten in jeden Raum einen zusätzlichen Repeater, mit den entsprechenden Nachteilen wie sinkende Datenraten und höhere Latenzen, sowie permanent steigenden Stromkosten. Und lustigerweise kann keiner der aktuellen FRITZ!Repeater (stand 19.02.2020) WiFi 6. Quo vadis AVM?

Fazit: wer aktuell eine Kabel-FRITZ!Box mit hoher WLAN-Reichweite sucht, lässt noch die Finger von der 6660 und greift zur Refbox 6591 Cable, fertig umgebaut mit unseren Antennen und ebenfalls 5 Jahren Garantie. Im Blog dort gibt es auch einen technischen Vergleich zwischen der FRITZ!Box 6660 und der 6591.

Umbau möglich?

Ja, es gibt nun passende FriXtender-Sets mit externen Antennen für ein besseres WLAN auch für die FRITZ!Box 6660 Cable:

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